Social Media Manager Ausbildung

Tipps zur Social Media Ausbildung – neun Fragen an den Experten

Die sozialen Medien sind mittlerweile ein ständiger Teil unseres Alltagslebens geworden und auch aus der Unternehmenskommunikation nicht mehr wegzudenken. Aus- und Weiterbildungen zum „Social Media Manager“ boomen und sind deshalb bei Berufseinsteigerinnen/Berufseinsteigern und Profis gleichermaßen gefragt. Was aber ist in der Ausbildung zum Social Media Manager bzw. zur Social Media Managerin wirklich wichtig? Gibt es Qualitätsfaktoren? Welche Fähigkeiten braucht man im Job und wie sehen die Zukunftsaussichten aus?

Wir haben mit einem Experten und langjährigen Social Media-Praktiker gesprochen. Josef Gasteiger, Digital Client Consultant & Chief Editor bei der Agentur „ambuzzador“:

Welche Ausbildung ist oder welcher Kurs ist für angehende Social Media Profis am geeignetsten? Auf welche Qualifikationen achtet ihr in der Agentur?

Absolvierte Kurse und Ausbildung wie der Diplomlehrgang Social Media Management an der Werbeakademie des WIFI Wiens oder einzelne Vertiefungskurse sind gute Eintrittskarten zum Erstkontakt. Danach findet man sehr schnell heraus, ob der Wissenstand auf rein theoretischer Basis ist oder in einem aktiven und ständig lernenden Modus gesetzt werden konnte. Neugier und ständiger Lernwille heißen die Kernkompetenzen hierfür. Denn ein vor z.B. vier Jahren absolvierter Kurs würde heute (2019) noch nicht einmal z.B. Instagram Stories abdecken, eines der effektivsten Formate aktuell. Insofern schauen wir immer, wie das bisher Gelernte und Erlebte in unser aktuelles Anforderungssetting hineinpasst.

Was ist in der Social Media-Ausbildung wichtig?

Die Medien, mit denen man es hier zu tun hat, sind sehr schnelllebig. Das bedeutet, dass sich Ausbildungen nicht nur auf den gegenwärtigen Status von z.B. Facebook beziehen können, sondern auch die technischen Entwicklungen und Veränderung im Userverhalten berücksichtigen müssen. Sonst hat man eine abgeschlossene Ausbildung die veraltet und nicht praxistauglich ist. Das heißt: Neugier hilft. Mein Tipp: Einen guten Überblick z.B. für Facebook findet sich im offiziellen Help-Bereichen der Plattformen.

Was sollte man als Social Media Manager bzw. Managerin können? Welche Fähigkeiten sind relevant?

Wichtig ist zu verstehen, wie die Kanäle und deren Algorithmen funktionieren. Zum Verständnis: Jeder Kanal „tickt“ ganz anders und funktioniert wie ein eigenes Medium. Bei jedem ist eine andere Art der Ansprache notwendig, andere Inhalte zielführend und andere Themen relevant. Aufbauend darauf braucht es Einfühlungsvermögen für die Zielgruppe. Zentral ist die Frage: Welche Inhalte interessieren meine Userinnen und User? Das lässt sich anhand der sogenannten „Key Performance Indicators“ also der Kennzahlen wie Likes, Shares, Kommentare, Link-Klicks, Quick Reactions etc. ganz gut beobachten.

"Absolvierte Kurse und Ausbildungen wie z.B. ein Diplomlehrgang Social Media Management oder einzelne Vertiefungskurse sind gute Eintrittskarten zum Erstkontakt. "

Josef Gasteiger

Worauf muss man bei der Ausbildung achten? Gibt es Qualitätsfaktoren?

Bücher & PowerPoint-Slides bringen einen immer nur bis zu einem gewissen Punkt im Verständnis. Überall, wo praktisch gearbeitet wird, lohnt es sich, mitzumachen und zu lernen. Egal ob man mal eine Zielgruppe bei Facebook im Businessmanager erstellt, Anzeigengruppen bei Adwords entwirft, die Bearbeitungstools bei Instagram ausreizt oder die hohe Schule der Hashtags bei Twitter löst: in den sozialen Netzwerken geht es ganz viel um handwerkliches Arbeiten und Ausprobieren. Experimente bzw. Versuch und Irrtum müssen deshalb ihren Platz haben, nur dann kann man in der Ausbildung auch echte Erfahrung aufbauen.

Welche Tipps geben Sie jemanden der am Anfang seiner/ihrer Ausbildung steht?

Selbst zum Power-User bzw. Userin werden und viel Zeit auf den Kanälen verbringen! Das bedeutet zwar noch nicht unmittelbar, dass man auch im Namen einer Organisation Social Media verantworten kann, aber man bekommt ein Gefühl für Userverhalten & Content-Trends. Das hilft einem später enorm.

Was ändert sich in diesem Bereich gerade? Worauf sollte man sich in Zukunft einstellen?

Mobile-first wird zu Mobile-only. Wenn du nicht auf optimale mobile Darstellung setzt – im gesamten digitalen Universum – wird niemand deine Inhalte mehr sehen. Und die Performance im Social Media Bereich wird zu einer immer härteren Währung. Denn auch die Stakeholder in einem Unternehmen wollen sehen, wie sich die Aktivitäten auf das Business auswirken. Ob Umsatzsteigerung, Erhöhung von Bekanntheit, Aufbau von Sales-Leads, Newsletter-Anmeldungen oder Anzahl von abgegebenen Feedback und gelösten Support-Anfragen – die Zahlen müssen täglich im Blick sein!

"Kommunikationskanäle wie die eigene Unternehmenswebsite werden immer dynamischer, erlauben Interaktionen und Dialog. Deshalb wird die Kompetenz der zielgruppenorientierten, dynamischen Kommunikation immer wichtiger.."

Josef Gasteiger

Gibt es aus Ihrer Sicht so etwas wie den Beruf der Social Media Manager/in in 10 Jahren überhaupt noch?

Ja, auch wenn er vielleicht dann Communications Manager heißt. Kommunikationskanäle wie die eigene Unternehmenswebsite werden immer dynamischer, erlauben Interaktionen und Dialog. Deshalb wird die Kompetenz der zielgruppenorientierten, dynamischen Kommunikation immer wichtiger.

Wie sind die Jobaussichten in Österreich?

Gut, es starten auch 2019 immer noch Unternehmen digital erst richtig durch. Und hochwertige Experten werden immer benötigt.

Wenn Sie daran denken, wie Sie selbst vor 10 Jahren gearbeitet haben: was hat sich durch die digitalen Möglichkeiten bei Ihnen alles verändert?

Die Zusammenarbeit mit Kollegen wurde durch Kollaborationstools und Messenger unmittelbarer und effektiver. Das Leben wurde grundsätzlich einfacher, da vernetzter. Und das lässt sich dann auch auf Geschäftskommunikation anwenden. Interne E-Mails können schon heute ein Ding der Vergangenheit sein, wenn sie durch Messaging Dienste wie „Slack“ oder Plattformen wie „Workplace“ abgelöst werden. Durch agile Strukturen rücken auch länderübergreifende Teams täglich enger zusammen. Und mit einem etablierten Ohr am Kunden habe ich mehr realistisches Feedback auf meine Produkte und Leistung wie noch nie zuvor.

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