Vom Commis de Rang zur Buchhalterin

Helene wird BuchhalterinHelene wird Buchhalterin

Helene Abraham arbeitet gerne als Commis de Rang. Dann kommen Kurzarbeit und Jobverlust. Mit Hilfe des waff wird sie Buchhalterin und sieht eine sichere Zukunft.

“Es war eine sehr gute Entscheidung für mich. Bis zur Pandemie lief es auch gut”, erzählt Helene Abraham. Doch dann sei “plötzlich alles ein bisschen eingebrochen.“ Die 23-Jährige war Commis de Rang in einem traditionsreichen 5-Sterne-Hotel, heute macht sie beruflich eine 360-Grad-Wendung. Aber der Reihe nach.

Das Jahr 2016. Helene ist 18 Jahre und hat gerade das Gymnasium abgeschlossen. Wie viele ihrer Freundinnen und Freunde ist sie sich noch nicht sicher, in welche Richtung sie beruflich gehen will. Sie will kein Studium beginnen. “Ich wollte meine anderen Stärken kennen lernen und in das Berufsleben schnuppern”, erzählt sie heute. Und sie will von zuhause ausziehen. Dazu braucht sie ihr eigenes Geld.

Also entscheidet sich Helene für die Ausbildung in einem Allroundjob, wie sie sagt. Einen Beruf, den sie überall auf der Welt ausüben könnte, da die österreichische Ausbildung hoch angesehen ist. Sie macht eine verkürzte Lehre zur Restaurantfachfrau. Die richtige Entscheidung, ist sie sicher. 2018 beginnt Helene in einem 5-Sterne-Hotel zu arbeiten. Sie wird dort gut aufgefangen, mag die Kollegen und Kollegen. Besonders mag sie den Kontakt mit Gästen aus verschiedenen Kulturen. “Man lernt viel von anderen Menschen.”

Eine Ausbildung, die ich habe, kann mir niemand mehr nehmen

Helene Abraham, 23, wird Buchhalterin

Zwei Jahre später ist alles anders. Ende Februar 2020 stockt Helenes Betrieb Desinfektionsmittel und Handschuhe auf, im März ist dann klar: vieles wird sich verändern. Ab April ist Helene in Kurzarbeit. Sie wird es fast ein Jahr bleiben. Am Anfang war ein wenig mehr Zeit für sich selbst angenehm, meint Helene. “Wir haben alle versucht das Beste daraus zu machen. Aber die Kurzarbeit nagt an einem”, sagt Helene. Ihr fehlen ihre Kolleginnen und Kollegen. Viele, mit denen sie 5 Tage die Woche gearbeitet hat, sieht sie nur mehr zwei Mal im Monat. In der Kurzarbeit übernimmt sie Aufgaben, die sie früher nicht innehatte, zum Beispiel den Roomservice. Im Sommer liefert der Betrieb einen Monat lang kostenloses Essen im Bezirk aus.

Kurzarbeit - Eine Chance?

Im September bekommt sie eine Mail vom Betriebsrat: waff-Beraterinnen werden einen Vortrag im Hotel halten. Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der Gewerkschaft vida statt. Das Thema: berufliche Weiterbildung und wie der waff dabei unterstützen kann. Helene erinnert sich an einen Beruf, der sie schon länger interessiert: Buchhaltung. “Freunde von mir arbeiten in dem Bereich. Ich wollte schon früher eine Ausbildung machen, hatte aber keine Zeit.“ Doch jetzt war sie in Kurzarbeit: “Ich habe mir gedacht: Jetzt mache ich das einfach. Eine Ausbildung die ich gemacht habe kann mir niemand mehr wegnehmen.” Mit ihrer Beraterin kann Helene ihre weiteren Schritte besprechen. Der gesamte Prozess, so die 23-Jährige, sei sehr unkompliziert verlaufen. Helene steigt in den Kurs ein und besucht jeden Montag und Mittwochabend “Modul: Buchhaltungspraxis 1”.

Im Winter folgt der erste Silvesterabend seit Langem, an dem Helene nicht arbeiten muss. Auch finanziell steht sie unsicherer da als vor der Pandemie. Vor allem, als sie im Februar 2021 gekündigt wird. “Wenn man wie ich 23 Jahre alt ist, war man noch nicht in einer Position in der man gut verdient,” erklärt Helene. Helene wollte  nie arbeitslos sein. “Das zehrt schon an einem, man will ja etwas tun.”

Bald muss sie das auch nicht mehr. Im Juni kann Helene die Buchhaltungspraxis Prüfung ablegen.  Die Hälfte der Kurskosten, rund 750 Euro übernimmt der waff. Schon jetzt gibt der 23-Jährigen die Ausbildung Sicherheit in diesen unsteten Zeiten. Hat Helene die Prüfung geschafft, geht sie auf Jobsuche und hat dann bald ein sicheres Standbein in der Buchhaltung.

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