waff-Qualifizierungsoffensive 2019

31. Januar 2019
  • Der waff ist einzigartig – Wien einziges Bundesland mit Fonds für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer
  • 75,6 Millionen – so viel Geld wie noch nie für Qualifizierung der Wienerinnen und Wiener
  • Digitalisierungsfokus mit AK: Digi-Winner

75,6 Millionen Euro für bessere Jobchancen der Wiener ArbeitnehmerInnen

Die Qualifikation der ArbeitnehmerInnen ist der entscheidende Faktor für die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Wien. Das führt auch das WIFO in seinen Wettbewerbsberichten zu Wien immer wieder an. Aktuelle Prognosen zeigen, dass auch in Zukunft die Nachfrage am Arbeitsmarkt nach Personen mit mittlerer oder akademischer Qualifikation weiter steigen wird. Die Nachfrage nach Geringqualifizierten (maximal Pflichtschulabschluss) wird weiter zurückgehen. Dazu kommt: Durch die zunehmende Digitalisierung der Arbeitswelt wird die Halbwertszeit von Wissen und Fähigkeiten immer kürzer.

„Wir wollen die Wienerinnen und Wiener für zukünftige Herausforderungen am Arbeitsmarkt gut wappnen, deswegen investieren wir bewusst in ihre Qualifizierung. Mit dem Wiener ArbeitnehmerInnen Förderungsfonds haben wir dafür eine österreichweit einzigartige Einrichtung. Der waff unterstützt Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die in Wien wohnen, für bessere berufliche Entwicklungschancen.“

Peter Hanke

Abgeschlossene Ausbildung und Weiterbildungen werden immer wichtiger

Eine sich rasant verändernde Arbeitswelt verlangt von den ArbeitnehmerInnen immer mehr Bereitschaft, sich kontinuierlich berufsrelevantes Wissen anzueignen. In regelmäßigen Abständen wird europaweit die Beteiligung an Erwachsenenbildung untersucht. Die Ergebnisse des Adult Education Survey (Bildung in Zahlen 2016/2017, Statistik Austria, 2018) zeigen für Österreich, dass rund 60 Prozent der 25- bis 64-jährigen Österreicherinnen und Österreicher im Laufe eines Jahres an einer Weiterbildung teilgenommen haben. Mehr als drei Viertel davon gaben als Grund für die Weiterbildung an, den Beruf damit besser ausüben zu können bzw. die Karriereaussichten zu verbessern. Als Hindernisse wurden unterer anderem zu teure Ausbildungen sowie Kurszeiten, die nicht mit den Arbeitszeiten vereinbar sind, genannt.

Nach wie vor sind auch abgeschlossene Berufsausbildungen besonders wichtig. Ohne Abschluss wird es immer schwieriger, am Arbeitsmarkt zu bestehen. Das belegen auch die Arbeitsmarktdaten: So hatten im vergangenen Jahr rund 50 Prozent aller Wiener Arbeitslosen bloß Pflichtschulabschluss. Die Arbeitslosenquote liegt für Wienerinnen und Wiener mit höchstem Pflichtschulabschluss bei 36,4 Prozent, für Personen mit Lehrabschluss hingegen nur mehr bei 13,8 Prozent. Für Personen mit mittleren Qualifikationen liegt sie bei 7,2 Prozent.

Gute und gefragte Qualifikationen sind daher für die WienerInnen das Um und Auf, um bestehende, aber auch künftige Jobchancen wahrnehmen zu können. Deshalb investieren wir dafür 75,6 Millionen Euro über den waff.  Die Unterstützungsangebote richten sich an über 800.000 WienenerInnen.

Die fünf Hauptschwerpunkte des waff

  1. Der waff bietet beschäftigten Wienerinnen und Wienern Information, kostenlose persönliche Beratung sowie finanzielle Unterstützung von Aus- und Weiterbildung.
  2. Gemeinsam mit dem AMS Wien unterstützt der waff auch Arbeitsuchende sowie Unternehmen mit Bedarf an qualifizierten ArbeitnehmerInnen.
  3. Im Rahmen der Wiener Ausbildungsgarantie unterstützt der waff Jugendliche beim Berufseinstieg.
  4. Der waff zeichnet sich für das Bundesland Wien für den Einsatz von Mitteln des Europäischen Sozialfonds verantwortlich, die Arbeitsmarktprojekten in Wien zur Verfügung stehen.
  5. Der waff koordiniert kommunale Arbeitsmarktpolitik und fördert regionale Kooperationen.

Beschäftigte Wienerinnen und Wiener
Der waff bietet beschäftigten WienerInnen Information, kostenlose persönliche Beratung sowie finanzielle Unterstützung von Aus- und Weiterbildung.

  • Berufliche Weiterentwicklung
    Information, kostenlose Beratung und finanzielle Unterstützung für Aus- und Weiterbildung beschäftigter Wienerinnen und Wiener. Die zentrale Förderschiene ist das Bildungskonto des waff, das je nach individueller Voraussetzung und Einkommen von 300 bis zu 3.000 Euro gefüllt ist. Ein Fokus liegt auf dem Nachholen von formalen Bildungsabschlüssen und auf der gezielten Unterstützung von beschäftigten Wienerinnen und Wiener mit höchstens Pflichtschulabschluss für Höherqualifizierungen. Sie können z.B. den Lehrabschluss kostenlos nachholen. Seit 1. Jänner diesen Jahres gibt es für das berufsbegleitende Nachholen von Lehrabschluss, Meisterprüfung, Matura und Berufsreifeprüfung einheitlich bis zu 3.000 Euro Förderung.
  • Digitalisierungsschwerpunkt
    Mit dem neuen Förderprogramm ‚Digi-Winner‘ unterstützen AK und waff gemeinsam Wiener ArbeitnehmerInnen mit bis zu 5.000 Euro für Aus- und Weiterbildungen im Bereich Digitalisierung.
  • Frauen sowie Wiedereinsteigerinnen und Wiedereinsteiger
    Das Programm ‚FRECH – Frauen ergreifen Chancen‘ unterstützt und begleitet Frauen, die beruflich neue Wege gegen wollen, und zwar durch Beratung, Workshops und finanzielle Unterstützung bei beruflicher Weiterbildung (speziell auch für den Erwerb digitaler Kompetenzen). Konkrete Unterstützung bietet der waff auch WiedereinsteigerInnen, die die Zeit der Babypause oder Pflegekarenz für Weiterbildung nutzen wollen.
  • Neu Zugewanderte
    Im Besonderen durch die sogenannte muttersprachliche Berufserstinformation als Vorbereitung auf den Job in Wien und durch die enge Kooperation mit dem Beratungszentrum für Migrantinnen und Migranten. Der waff fördert im Rahmen der Anerkennung von Ausbildungen z.B. fehlenden Ausbildungsteile.

"Wir unterstützen Wiener ArbeitnehmerInnen, die ihre berufliche Zukunft selbst in die Hand nehmen wollen. Das sind "Berufstätige, die sich beruflich verändern wollen oder müssen, die im Beruf weiterkommen oder ihren Arbeitsplatz absichern wollen. Der waff bietet dabei Information und Beratung über passende Bildungsangebote, die z.B. auch neben dem Job machbar sind, und finanzielle Förderung aus einer Hand. Gemeinsam mit dem AMS Wien unterstützen wir aber auch Arbeitsuchende, die spezielle, von Unternehmen besonders gefragte, Qualifikationen erwerben wollen.“

Fritz Meißl

Arbeitsuchende Wienerinnen und Wiener
Gemeinsam mit dem AMS Wien unterstützt der waff auch Arbeitsuchende sowie Unternehmen mit Bedarf an qualifizierten ArbeitnehmerInnen

  • Jobs plus Ausbildung
    Arbeitssuchende WienerInnen, die im Rahmen des gemeinsamen Programms von waff und AMS Wien „Jobs plus Ausbildung“ speziell von Unternehmen nachgefragte Qualifikationen erwerben können. Der Schwerpunkt der heuer insgesamt 1.200 „Jobs plus Ausbildung“ liegt im Bereich Sozial – und Pflegeberufe. Verfügt man über einschlägige Berufserfahrung, bietet das Programm auch die Chance, im zweiten Anlauf den Lehrabschluss z.B. in der Hotellerie & Gastronomie, im Handel oder in handwerklich-technischen Berufen nachzuholen.
  • Arbeitsstiftungen
    Mit den Arbeitsstiftungen, von Anfang an eine der Kernaufgaben des waff, ermöglicht der waff in enger Zusammenarbeit mit der Gewerkschaft und dem AMS, den Betroffenen von größeren Unternehmensinsolvenzen oder betrieblichen Personalabbaumaßnahmen in abgesichertem Rahmen einen beruflichen Neubeginn. Ein aktuelles Beispiel ist die Brachenstiftung „Finance“ für insgesamt 1.700 vom Strukturwandel in der Finanzbranche betroffene ehemalige Wiener Bankmitarbeiterinnen und -mitarbeiter.
  • Innovationsassistentinnen und -assistenten
    Der waff unterstützt Unternehmen, die Innovationsvorhaben umsetzen und damit neue Arbeitsplätze schaffen sowie ihre MitarbeiterInnen qualifizieren wollen. Konkret fördert der waff dabei die Qualifizierung von MitarbeiterInnen und die Personalkosten von sogenannten InnovationsassistentInnen.

Jugendliche Wienerinnen und Wiener
Im Rahmen der Wiener Ausbildungsgarantie unterstützt der waff Jugendliche beim Berufseinstieg.

  • Die Wiener Ausbildungsgarantie richtet sich an alle Wiener Jugendlichen. Der waff beteiligt sich im Rahmen der Wiener Ausbildungsgarantie an der überbetrieblichen Lehrausbildung für 4000 Jugendliche, die sonst ohne Lehrstelle wären. Gemeinsam mit dem AMS Wien und dem AMS Niederösterreich veranstaltet der waff auch die Lehrstellenbörse „Überflieger“ am 26. März für Lehrlinge aus der überbetrieblichen Ausbildung, um sie noch besser beim Wechsel auf eine reguläre Lehrstelle in einem Betrieb zu unterstützen. Der waff finanziert außerdem spezielle Projekte, wie etwa die spacelab-Produktionsschule Wien für jährlich etwa 1.000 Jugendliche, die am Arbeitsmarkt nicht Fuß fassen können, und zwar gemeinsam mit dem Sozialministerium Service.  Mit der Kümmer-Nummer für Lehre und Beruf 0800/202022 hat der waff außerdem ein Servicetelefon zur Verfügung, das Jugendlichen und ihren Angehörigen weiterhilft.

Europäischer Sozialfonds
Der waff zeichnet sich für das Bundesland Wien für den Einsatz von Mitteln des Europäischen Sozialfonds verantwortlich, die Arbeitsmarktprojekten in Wien zur Verfügung stehen.  

  • Der waff organisiert als „zwischengeschaltete“ Stelle den Einsatz von EU-Mitteln für wichtige Arbeitsmarktprojekte und zeichnet sich für ihre Umsetzung verantwortlich.

Dabei unterstützt der waff Arbeitsmarktprojekte, die Armut bekämpfen und soziale Inklusion fördern sollen. Insbesondere kommen diese Projekte Bezieherinnen und Bezieher der bedarfsorientierten Mindestsicherung, Jugendlichen und Menschen mit Migrationshintergrund zugute.

„Back to the future – Wiener Jugendunterstützung“ mit speziellen Ausbildungs- und Beschäftigungsangeboten für beim AMS Wien vorgemerkte junge BMS-BezieherInnen im Alter zwischen 18 und 24 Jahren (rund 200 Plätze).

„StartWien – das Jugendcollege“, ein schulähnliches Ausbildungsangebot für rund 700 junge nicht mehr schulpflichtige asylwerbende und bereits asylberechtigte Jugendliche sowie neu zugewanderte Jugendliche bis 21 Jahre. Ziel ist es, den jungen Erwachsenen den Umstieg ins reguläre Schul- bzw. Ausbildungssystem beziehungsweise den Berufseinstieg zu ermöglichen

Koordination und Kooperationen
Der waff koordiniert kommunale Arbeitsmarktpolitik und fördert regionale Kooperationen. 

  • Der Qualifikationsplan Wien 2030

Er ist eine gemeinsame Strategie von Stadt Wien, Wiener SozialpartnerInnen und allen relevanten Bildungs- und Arbeitsmarkteinrichtungen, um den Anteil von Wienerinnen und Wienern mit höchstens Pflichtschulabschluss zu reduzieren und Hilfskräften bessere Berufschancen zu ermöglichen. Er ist Ausdruck der gelebten und beispielgebenden Zusammenarbeit der Stadt Wien mit den SozialpartnerInnen. Die Wiener Ausbildungsgarantie ist ein Kernstück des Qualifikationsplans Wien: Mit der Ausbildungsgarantie gibt es ein lückenloses Angebot für Jugendliche am Wiener Arbeitsmarkt. Sie umfasst alles, was dazu beitragen kann, dass Jugendliche einen über die Pflichtschule hinausgehenden Bildungsabschluss schaffen.

  • Unterstützungsangebote direkt in Bezirken und im Grätzl

Dahinter steht der Grundsatz, dass alle WienerInnen, unabhängig von ihrer Herkunft, bestmögliche Chancen auf berufliche Aus- und Weiterbildung haben sollen, insbesondere jene, die sie am dringendsten brauchen. Mit der Hausbesuchsaktion „Ihre Chance kommt“ bringt der waff seine Unterstützungsangebote für die WienerInnen daher auch direkt vor ihre Haustüre. Diese Aktion des waff findet 2019 in 15 Wiener Gemeindebauten sowie Wiener Altbaugrätzeln mit über 23.000 Wohnungen in 12 Bezirken statt. Die „Wiener Wochen für Beruf und Weiterbildung“ organisiert der waff in Zusammenarbeit mit Wiener Bezirken. 2019 sind rund 80 Veranstaltungen – davon über 20 zum Thema Digitalisierung der Arbeitswelt – für Erwachsene und Jugendliche in acht Bezirken geplant. Die Veranstaltungen starten am 11.März in Hernals sowie Rudolfsheim-Fünfhaus.

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