Hauptnavigation

waff › Presse › Pressemitteilungen › Brauner/Hundstorfer: Das Wiener Jugendpaket wirkt

Brauner/Hundstorfer: Das Wiener Jugendpaket wirkt

Wiener Arbeitsmarkt: Zahl der lehrstellensuchenden Jugendlichen rückläufig – Start des Programms „Meine Chance“


Wien, 22. September 2009
. Jugendliche haben es in der aktuellen Finanz- und Wirtschaftskrise schwerer, den Einstieg in den Arbeitsmarkt zu schaffen. Um die Jugendlichen in dieser Situation bestmöglich zu unterstützen, hat die Stadt Wien bereits Anfang 2009 das Wiener Arbeitsmarktpaket geschnürt, das ein besonderes Augenmerk auf die Unterstützung der jungen WienerInnen legt. Von den zusätzlichen 33 Millionen Euro, die von Vizebürgermeisterin Renate Brauner gemeinsam mit dem AMS für die Unterstützung des Wiener Arbeitsmarkts bereitgestellt wurden, sind alleine rund 14 Millionen Euro für ein eigenes Jugendpaket reserviert.

„Es ist mir besonders wichtig, dass wir gerade jungen Menschen Perspektiven für die weitere berufliche Laufbahn bieten können“, betont Vizebürgermeisterin Brauner, „deshalb unterstützen wir die Wiener Jugendlichen auf mehreren Ebenen. Einerseits bieten wir ihnen eine solide Ausbildung und ermöglichen es ihnen, versäumte Bildungsabschlüsse kostenlos nachzuholen. Andererseits helfen wir ihnen beim Einstieg ins Berufsleben. Dass das Wiener Jugendpaket wirkt, zeigt der deutliche Rückgang der Zahl der lehrstellensuchenden Jugendlichen.“

Die Stadt Wien unterstützt damit die Anstrengungen von Sozialminister Rudolf Hundstorfer zur Umsetzung der Ausbildungsgarantie des Bundes. „Eine gute Ausbildung ist der Schlüssel für eine solide berufliche Zukunft. Wer eine Lehrstelle haben will, wird eine bekommen. Das setzen wir mit der Ausbildungsgarantie auch praktisch um“, betont Minister Hundstorfer und nennt konkrete Beispiele. „Die Kapazitäten für die überbetriebliche Lehrausbildung werden ausgebaut, das Kontingent österreichweit auf 12.300 Plätze angehoben. Mit der ‚Aktion Zukunft Jugend’ und der Jugendstiftung haben wir zwei weitere Maßnahmen gesetzt, um jungen Menschen einen besseren Start ins Berufsleben zu ermöglichen. Österreich zählt damit trotz der Probleme am Jugendarbeitsmarkt bei der Beschäftigung junger Menschen zu den führenden Ländern der EU 27 und liegt nach den Niederlanden auf Platz zwei im europäischen Vergleich."

Hintergrund: Das Wiener Jugendpaket 2009


Das Wiener Jugendpaket im Rahmen der konjunkturstützenden Maßnahmen der Stadt Wien besteht aus drei Säulen:

  • 1.000 neue Lehrplätze in den Lehrwerkstätten: Gegenüber dem Vorjahr wurden die bestehenden Plätze in den überbetrieblichen Lehrwerkstätten für das aktuelle Lehrjahr von 3.500 auf 4.500 aufgestockt. AMS und Stadt Wien setzen dafür 84 Millionen Euro ein.

  • Zusätzlich wird aktuell das Angebot „Meine Chance“ eingeführt: Damit erhalten 250 junge Menschen zwischen 18 und 25 Jahren die Möglichkeit, versäumte Bildungsabschlüsse nachzuholen und sich maßgeschneidert weiterzubilden. Für „Meine Chance“ werden 1,85 Millionen Euro aufgewendet.

  • Darüber hinaus starten 2010 neue Unterstützungsmaßnahmen für Jugendliche, die am Übergang zwischen Schule und Beruf Hilfestellung benötigen. Die Stadt Wien investiert gemeinsam mit dem AMS sechs Millionen Euro.

 

Wiener Lehrstellenmarkt: Weniger Lehrstellensuchende trotz Krise


In Wien wählen rund 30 Prozent der jährlich 16.000 SchulabgängerInnen eine Lehre als Berufsausbildung. Ende 2008 gab es in Wien mehr als 18.000 Lehrlinge in 4.800 Wiener Betrieben und Lehrwerkstätten. Die Wiener Lehrausbildung kommt nicht nur den jungen WienerInnen zugute, sondern auch Lehrlingen aus anderen Bundesländern: Rund 23 Prozent der Wiener Lehrlinge haben ihren Hauptwohnsitz nicht in Wien, sondern stammen z.B. aus Niederösterreich oder dem Burgenland.

Bis Ende August 2009 wurden in Wien 4.700 Lehrverhältnisse neu begründet, das ist ein Rückgang von 8,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im österreichweiten Durchschnitt reduzierte sich die Zahl der neuen Lehrverhältnisse um 15 Prozent. Der Rückgang ist auf erwartbare konjunkturbedingte Verluste von Lehrstellen in Betrieben zurückzuführen und wird durch die Erhöhung der verfügbaren Plätze in den Lehrwerkstätten aufgefangen.

Denn Jugendliche zwischen 15 und 18 Jahren haben die Möglichkeit – wenn sie sich für eine Lehrausbildung entschließen und keine betriebliche Lehrstelle finden – ihre Lehre in sogenannten Lehrwerkstätten zu absolvieren. Insgesamt bekommen 2009/2010 4.500 junge WienerInnen in den von AMS und Stadt Wien finanzierten Lehrwerkstätten ihre Berufsausbildung. Das sind um 1.000 Plätze mehr als im abgelaufenen Lehrjahr. Auch die betriebliche Lehrausbildung wird massiv von der öffentlichen Hand unterstützt: Es gibt in Wien keine betriebliche Lehrstelle, die nicht vom Bund oder von der Stadt Wien gefördert wird.

Die intensive Unterstützung der Wiener Jugendlichen zeigt positive Wirkung: So hat sich die Zahl der Lehrstellensuchenden in Wien im August um 750 gegenüber August 2008 reduziert. Wien liegt damit deutlich besser als alle anderen Bundesländer. Der Rückgang ist stark auf die Erhöhung der verfügbaren Plätze in den Lehrwerkstätten zurückzuführen. „Die Lehrlinge in den Lehrwerkstätten bekommen eine sehr gute und umfassende Ausbildung. Deshalb investieren wir intensiv in die Ausbildung in den Lehrwerkstätten und damit in die Fachkräfte für den Wirtschaftsstandort Wien", betont Vizebürgermeisterin Brauner.

Vollwertige Berufsausbildungen in den Lehrwerkstätten


Seit 2008 können Jugendliche ihre gesamte Lehrausbildung in den Lehrwerkstätten abschließen. Sie werden also nicht in einem Unternehmen ausgebildet, sondern erhalten gemeinsam mit anderen Jugendlichen ihre praktische Ausbildung in einer von Trägern wie dem bfi Wien oder Jugend am Werk geführten Einrichtung. Parallel dazu besuchen sie die Berufsschule und machen Praktika in verschiedenen Wiener Betrieben. Die künftigen Lehrlinge können aus insgesamt 20 Berufen wählen. Ausbildungen zu Kfz-TechnikerInnen werden ebenso angeboten wie die Lehre zu Hotel- und GastgewerbeassistentInnen oder TischlerInnen. Bei der Lehre in einer Lehrwerkstätte handelt es sich um eine vollwertige Lehrausbildung. Während ihrer Ausbildung stehen den Jugendlichen LehrausbildnerInnen, SozialpädagogInnen und LehrerInnen zur Seite.

In die Ausbildung in den Lehrwerkstätten werden von der Stadt Wien und dem AMS insgesamt 84 Millionen Euro investiert. Das Angebot findet enormen Zuspruch und startet jährlich in zwei Wellen: Mit Ende August sind über 1.500 Jugendliche in die vorbereitenden Berufsorientierungskurse eingetreten. Im Februar 2010 beginnen weitere 800 Jugendliche die Ausbildung. Es wird damit gerechnet, dass die zur Verfügung stehenden Plätze voll ausgeschöpft werden.

Neu: „Meine Chance“ – Eine zweite Chance für 18- bis 25-Jährige


Um die Maßnahmenpalette auch für ältere Jugendliche zu erweitern, fördert der Wiener ArbeitnehmerInnen Förderungsfonds (waff) mit „Meine Chance“ eine neue Maßnahme, die 18- bis 25-Jährige bei beruflicher Höherqualifizierung unterstützt. Damit sollen Jugendliche und junge Erwachsene in einem möglichst frühen Stadium der Arbeitslosigkeit durch Qualifizierungen gestärkt wieder in den Arbeitsmarkt integriert werden. Das Maßnahmenbündel kombiniert bewährte Elemente der Standortbestimmung und Bildungsplanung mit gezielten Qualifizierungsschritten sowie ausbildungsbegleitendem Coaching. Der Berufseinstieg wird durch professionelle BetriebskontakterInnen begleitet.

Zielgruppe und Zielsetzungen


„Meine Chance“ richtet sich an junge Erwachsene zwischen 18 und 25 Jahren, die arbeitslos gemeldet und bildungsinteressiert sind. Zumeist handelt es sich dabei um junge Erwachsene, die ihre Lehre oder ihre Schulausbildung abgebrochen bzw. gar keine Berufsausbildung begonnen haben und bereits berufstätig waren. Sie sind bereit, die Zeit der Krise zu nutzen, um einen berufsbezogenen Bildungsabschluss nachzuholen und sich so eine neue berufliche Perspektive zu erarbeiten.
Das Angebot hat zum Ziel, 250 junge Menschen beim Erlangen bzw. Nachholen einer beruflichen Qualifikation professionell zu unterstützen. Ein weiteres zentrales Ziel ist, die TeilnehmerInnen bei ihrem Berufseinstieg bestmöglich zu begleiten und so sicherzustellen, dass möglichst vielen ein dauerhafter Einstieg in den Arbeitsmarkt gelingt.

„Meine Chance“ wird vom waff aus Mitteln des Arbeitsmarktpakets der Stadt Wien finanziert. Insgesamt wendet der waff dafür 1,85 Millionen Euro auf. Das Arbeitsmarktservice unterstützt die TeilnehmerInnen durchgehend mit einer Beihilfe zur Deckung des Lebensunterhalts. Diese wird für 250 TeilnehmerInnen insgesamt rund 1,6 Millionen Euro ausmachen. Mit der Durchführung des Programms wurde das bfi Wien beauftragt.

Ablauf von „Meine Chance“


1.    Infoveranstaltungen
Für die potenziellen TeilnehmerInnen wurden eigene Informationsveranstaltungen beim bfi Wien eingerichtet. Anschließend gibt es ein Auswahlverfahren mit Einzelgesprächen, bei dem die persönlichen Perspektiven erörtert werden. „Meine Chance“ wird in einem Kurssystem bestehend aus Kleingruppen geführt. Innerhalb des nächsten Jahres sind 13 Kurse geplant. Die ersten Kurse haben am 7. September begonnen. Die nächsten Informationsveranstaltungen finden am 29.9.09 und 30.9.09 im bfi Bildungszentrum, Davidgasse 92 statt.

2.    Standortbestimmung / Bildungsplanung:
Vor allem junge Erwachsene können sehr gut über ihre persönlichen Interessen an künftige Berufswege herangeführt werden. Darum ist eine gründliche und umfassende Standortbestimmung wichtig, um die eigenen Berufschancen und –entwicklungen abschätzen zu können. In dieser Phase werden gemeinsam mit den TeilnehmerInnen individuelle und tragfähige Bildungs- und Berufseinstiegspläne erstellt.

3.    Ausbildungsphase - Qualifizierung:
In der Qualifizierungsphase absolvieren die TeilnehmerInnen die vereinbarten Qualifizierungen und Weiterbildungen. Ziel ist, verwertbare berufliche Abschlüsse zu erlangen. Längere Praktika in Betrieben fördern ihre Integrationschancen. Die TeilnehmerInnen werden während Ihrer Ausbildung durch die bfi Wien BetriebskontakterInnen und Coaches begleitet.
Gefördert werden beispielsweise Ausbildungen in den Bereichen Technik und Office sowie Sprachausbildungen. Es können aber auch schulische Ausbildungen absolviert werden. Das Nachholen von Pflichtschulabschlüssen wird ebenso unterstützt wie die Vorbereitung von Lehrabschlüssen. Besonderes Augenmerk wird auf Schlüsselqualifikationen gelegt: Die TeilnehmerInnen sollen auch ihre sozialen und persönlichen Kompetenzen stärken.

4.    Berufseinstiegsbegleitung:
Idealerweise können die TeilnehmerInnen die erworbenen Qualifikationen in einem neuen Job umsetzen. Dafür gibt es Unterstützung auf allen Ebenen des Bewerbungsprozesses. Bei der Arbeits- bzw. Praktikumssuche werden die TeilnehmerInnen durch BetriebskontakterInnen begleitet.
Auch nach Programmende können die TeilnehmerInnen über ein begleitendes Netzwerk mit ihren KollegInnen in Kontakt bleiben und so tragfähige berufliche Verbindungen herstellen.

Wer kann teilnehmen?


Teilnehmen können 250 Personen, die zwischen 18 und 25 Jahre alt sind, den Hauptwohnsitz in Wien haben und beim AMS arbeitslos gemeldet sind. Die Einladung zu den Infoveranstaltungen erfolgt durch die BeraterInnen des AMS.
Informationen zu „Meine Chance“ gibt es bei den AMS-BeraterInnen.

Metanavigation

 
Schriftgröße ändern: A A A