Mehr Chancen am Arbeitsmarkt. Das Wiener Beschäftigungs- und Arbeitsmarktpaket
„Um die Folgen des Wirtschaftsabschwungs für die WienerInnen gering zu halten, hat die Gemeinde Wien ein umfassendes Beschäftigungs- und Arbeitsmarktpaket geschnürt“, erläutert Wiens Vizebürgermeisterin und Wirtschaftsstadträtin Renate Brauner das Maßnahmenbündel gegen den Wirtschaftsabschwung, „wir werden 2009 gemeinsam mit dem Bund zusätzliche Mittel in der Höhe von 33 Millionen Euro für aktive Arbeitsmarktpolitik in die Hand nehmen und somit um jeden Arbeitsplatz kämpfen.“ Das gemeinsam mit den Maßnahmen des Bundes bzw. des Arbeitsmarktservice (AMS) geplante Paket soll über den Wiener ArbeitnehmerInnen Förderungsfonds (waff) koordiniert und umgesetzt werden. Es wird dem Kuratorium des waff in seiner Sitzung am 5. März 2009 zur Beratung vorgelegt und vom Vorstand beschlossen. Geplant sind Maßnahmen in folgenden Bereichen:
1. Jugendpaket
„Es ist wichtig, dass gerade jungen Menschen eine erfolgreiche Ausbildung und ein gelungener Einstieg in den Beruf ermöglicht werden“, betont Vizebürgermeisterin und Wirtschaftsstadträtin Renate Brauner den Jugendschwerpunkt des Pakets. Konkret sind drei jugendspezifische Maßnahmen vorgesehen:
- Die bisher bestehenden 3.500 Plätze der überbetrieblichen Lehrausbildung werden für das Lehrjahr 2008/2009 auf 3.750 ausgeweitet. Dort können Jugendliche, die keinen betrieblichen Lehrplatz haben, im Rahmen der Ausbildungsgarantie ihre Ausbildung absolvieren. Die Aufstockung kostet 3,75 Millionen Euro, die Stadt Wien trägt zu den bereits bisher eingesetzten 11,4 Millionen weitere 550.000 Euro bei.
- Mit der Maßnahme Meine Chance bekommen 250 junge Menschenzwischen 18 und 25 Jahren die Möglichkeit, versäumte Bildungsabschlüsse nachzuholen und sich maßgeschneidert weiterzubilden. Dafür stellt die Gemeinde Wien 2,7 Millionen Euro zur Verfügung.
- In den nächsten Monaten wird darüber hinaus ein Konzept für die Unterstützung von Jugendlichen erarbeitet, die in Gefahr laufen, auf Dauer keinen Fuß auf den Arbeitsmarkt zu bekommen (sogenannte „Drop-outs“). Dabei werden unterschiedliche Institutionen einbezogen, um bestehende Strukturen zu nutzen und Einrichtungen, die mit Jugendlichen zu tun haben, zu vernetzen. Wien investiert gemeinsam mit dem AMS sechs Millionen Euro, 2,3 Millionen kommen von der Gemeinde Wien.
2. Ausbau der Arbeitsstiftungen
„Wenn es unumgänglich ist, aufgrund wirtschaftlicher Turbulenzen Personal abzubauen, machen wir jenen Betrieben ein Angebot, die ihre soziale Verantwortung wahrnehmen möchten. Sie können das bewährte Instrument der Arbeitsstiftungen in Anspruch nehmen“, erklärt Renate Brauner. Die bislang verfügbaren 300 Plätze werden 2009 auf 1.000 Plätze ausgeweitet. Zu den bereits jetzt vom waff betreuten Stiftungen – der Offenen Arbeitsstiftung Wien und der Regionalen Insolvenzstiftung – kommt eine Arbeitsstiftung für KMUs und finanzschwache Unternehmen hinzu. Damit wird auch jenen Betrieben geholfen, die sich bislang eine Stiftungsteilnahme nicht leisten konnten. Dafür wendet die Gemeinde Wien zusätzliche Mittel in Höhe von 3,46 Millionen Euro auf.
3. Die Bildungskarenz plus
Um Kündigungen zu vermeiden führt Wien gemeinsam mit dem AMS die Bildungskarenz plus ein. „Das ist eine innovative Form der Weiterbildung, die Unternehmen hilft, die Beschäftigtenzahl beizubehalten, wenn es wegen des Konjunkturabschwungs für ein paar Monate nicht so gut läuft“, so Renate Brauner, „darüber hinaus erwerben die MitarbeiterInnen wichtige Qualifikationen, die im Betrieb wertvoll sind, wenn es wieder bergauf geht.“ Betriebe, die mit ihren MitarbeiterInnen eine Bildungskarenz vereinbaren und somit in Aus- und Weiterbildung investieren, können mit der Bildungskarenz plus eine Förderung des waff erhalten. Wien investiert in diese Maßnahme eine Million Euro.

